Mal in einem Chor von 400 Stimmen mitwirken?

Wann hat man dazu schon Gelegenheit, wenn der eigene Chor gerade mal gut 30 Aktive enthält? Dazu noch neue Lieder einstudieren, fremde Menschen kennen lernen, „andere“ Trainingsmethoden erfahren … all diese Gründe haben uns angesprochen. Wir sind mit einer kleinen Auswahl von Sängerinnen dabei. Beim großen SING-OUT-Projekt in Kassel.

2000 haben es nach Kassel nicht geschafft, die hätten auch nicht in den Saal gepasst ;-), aber etwa 250-300 Interessierte sind es dann doch am 1. Tag. Die Wartezeit fällt bei herrlichem Wetter nicht schwer – vor allem, wenn man nicht alleine in der Schlange steht, sondern mit 7 Sopranistinnen. Da wird gelacht, geschnuddelt und auch so manches bekannte Gesicht begrüßt. Nach der Bezahlung der Anmeldegebühr bekommen wir dann die Probenunterlagen in die Hand: eine CD und die Liedermappe. Diese wird schnell durchgeblättert – die Neugier auf das Programm ist groß.

12 Lieder! 3-stimmig. Einzustudieren in 6 Proben? Ah, es sind viele Solopartien vorhanden – dann fallen die Choranteile nicht bei jedem Lied so lang aus. Das sollte man schaffen. Und dann geht es los. Mit leichter Verspätung von 1 Stunde wird in den 5-stündigen (jetzt nur noch 4-stündigen) Workshop gestartet.

Higher and Higher

Nach der lockeren Begrüßung von Projektleiter Silas Edwin und Vocal-Coach Julie Mensah folgen ein paar allgemeine Infos (Es wird Hausaufgaben geben. Wir werden alles auswendig (!) singen müssen). Jetzt folgt das Einsingen. Dann verlassen die Tenorstimmen (nicht nur Männers, auch einige Tenorellas waren darunter) den Raum –  und die beiden Frauengruppen üben. Und üben. Und … ja … üben. Aufstehen zum Singen, nur kurze Sitzpausen, wenn die andere Gruppe dran ist. Und wieder stehen. Nach 2 Stunden intensiven Trainings ist es dann geschafft und das erste Lied „Higher And Higher“ sitzt im Großen und Ganzen. Jetzt das gemeinsame Singen mit allen Stimmen und weiter geht es zu Leonard Cohens „Hallelujah“. Hoffentlich kommen wir da nicht mit unserer eigenenen Version durcheinander. Aber nein, das geht schnell, es enthält viele Solopartien. Und zum Abschluss noch ein einstimmes Lied im Reggae-Style „I believe“. Das war sie also, die erste Probe.

Unser Fazit?Die Füße schmerzen fast allen (zum Glück dürfen wir daheim mehr sitzen), die Stimmen sind rau und gefordert, die Tonhöhen sind aber sehr gut zu schaffen – fast schon etwas tief für den Sopran.

Und sonst? Es ist ganz anders als unsere Proben – es wird weniger Wert auf die Notenwerte gelegt. Es stehen nicht alle Noten 100%ig im Songbook wie sie hinterher gesungen werden. Das ist nicht weiter tragisch, denn wir sollen die Noten ja ohnehin schnell weg legen und nach Gehör singen (Übungs-CD) und auf den Dirigenten achten. Ja, DAS kommt uns bekannt vor und das klappt natürlich auch nur, wenn auswendig gesungen wird, das kennen wir selbst. Die Lieder hören sich aber sehr gut an, auch wenn die Begleitung vom Band nicht immer eingängig ist, aber dafür haben wir ja die CD. Von daher sind wir sehr auf die weiteren Proben – die einmal monatlich stattfinden werden – gespannt.

Das Finale wird das große Abschlusskonzert am 10. Februar 2018 in Kassel sein. Und dann werden wir die Ergebnisse der Arbeit dem Publikum präsentieren.

1 Antwort
  1. Yvonne Schmidt- Volkwein
    Yvonne Schmidt- Volkwein says:

    Es war ein anstrengender, aber auch toller Nachmittag in Kassel. Wir waren gespannt, wie „Die“ das machen – na ja nicht so ganz viel Anders. Zwischendurch war mal die Luft ein bisschen raus und ja – wer die anderen angezettelt hat muss jetzt bis zum Ende durchhalten. Wir versetzen uns einfach 20 Jahre zurück und dann wird das schon. Freue mich auf unseren nächsten Trip nach Kassel im Nadine-Bus!

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